Spiritualität

Den Weg finden und ihn gemeinsam gehen

Das kostbare Blut Christi

Blut ist Leben, das wissen wir in unserer Zeit besser als Generationen vor uns. Gesundes Blut bedeutet gesundes Leben, krankes Blut ist krankes Leben. Kostbares Blut Christi ist göttliches Leben. Am Blut selber können wir ablesen, wie es um unsere Gesundheit bestellt ist. Wenn heute von Blut die Rede ist, denken wir zuerst ans Krankenhaus und an Krankheit. Blutbringen wir in Verbindung mit dem Arzt, dem Blutkreislauf und mit der Bluttransfusion. Blut verbinden wir aber auch mit Unfall, Katastrophen, Terror und Krieg. Unschuldiges Blut, das täglich vergossen wird, schreit uns entgegen im abscheulichen Verbrechen der Abtreibung, schreit uns entgegen dort wo Ungerechtigkeit und Gewalt herrschen, wo Ausbeutung und Unterdrückung auf der Tagesordnung stehen, dieses unschuldig vergossene Blut fließt auch heute noch in Konzentrationslagern und Gefängnissen.

Blut begegnet uns aber auch in der Hl. Schrift in verschiedensten Situationen; vom Blut, das fließt bei kriegerischen Auseinandersetzungen bis hin zum Opferblut, das vergossen wird zur Versöhnung mit Gott. Jahr für Jahr werden wir neu von der Paschaerzählung in den Bann gezogen und es war Aufgabe des Jüngsten in der Familie, den Vater zu bitten, die Geschichte des Volkes zu erzählen. Dabei wird berichtet, wie Mose die Ältesten Israels zusammenrief und zu ihnen sagte: „Holt Schafe oder Ziegen für eure Sippenverbände herbei, und schlachtet das Paschalamm! Dann nehmt einen Ysopzweig, taucht ihn in die Schüssel mit Blut, und streicht etwas von dem Blut in der Schüssel auf den Türsturz und auf die beiden Türpfosten! Bis zum Morgen darf niemand von euch das Haus verlassen. Der Herr geht umher, um die Ägypter mit Unheil zu schlagen. Wenn er das Blut am Türsturz und an den beiden Türpfosten sieht, wird er an der Tür vorübergehen und dem Vernichter nicht erlauben, in eure Häuser einzudringen und euch zu schlagen.“ (Ex 12,21-23)

Ein Volk von Sklaven wird im Dunkel der Nacht durch das Blut eines Lammes gerettet.

Auch wir sind gerettet

Auch wir sind gerettet aus der Sklaverei der Sünde durch das Kostbare Blut Christi. Dieses Wissen hat den hl. Kaspar geprägt. „Ihr wisst, dass ihr aus eurer sinnlosen, von den Vätern ererbten Lebensweise nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet, nicht um Silber oder Gold, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel.“

(1 Petr 1,19)   

Wie sehr Kaspar von der Verehrung des Kostbaren Blutes durchdrungen war, kommt in einem   Briefe zum Ausdruck: „Ich wollte, ich hätte tausend Zungen, um jede Seele für das Kostbare Blut Christi zu begeistern. Oh, könnte ich mit meinem eigenen Blut diese so schöne Verehrungsform verbreiten.“ 

Papst Joh. Paul II. ermutigte bei der 14. Generalversammlung 1986 in Rom die Missionare, dem Ruf des Gründers zu folgen und sagte: „In der Tat ist die Spiritualität des hl. Kaspar die Mitte des christlichen Lebens. Das Kostbare Blut ist immer Gegenstand einer besonderen Aufmerksamkeit seitens aller Heiligen gewesen. Es ist eine Schule der Heiligkeit, der Gerechtigkeit und der Liebe. Das Blut Christi ist nicht nur Sühne für die Sünden, es erneuert nicht nur die Gerechtigkeit, sondern es ist auch und noch vielmehr die Offenbarung einer unendlichen und barmherzigen Liebe. Es stellt nicht nur die Würde des Menschen wieder her, die durch die Sünde verdunkelt worden ist, sondern es lässt ihn an der göttlichen Natur teilhaben.

Liebe Brüder und Schwestern, hören wir niemals auf, dieses Geheimnis der Gerechtigkeit und der Liebe tiefer zu ergründen und es der ganzen Welt zu verkünden! Dazu erteile ich euch von Herzen meinen Segen!“

Die Bruderschaft des kostbaren Blutes

Zusammen mit Don Albertini, seinem Seelenführer, der die Andacht zum Kostbaren Blut Christi wiederbelebt hatte, rief er am 8. Dezember 1808 die Bruderschaft vom Kostbaren Blut ins Leben. Die Eröffnungspredigt in S. Nicola hielt er als Neupriester. Mit hinreißender Begeisterung sprach er über die sieben Blutvergießungen. Im Mittelpunkt dieser neuen Bruderschaft stand die Betrachtung des Leidens Christi, die Kaspar im Lauf seines jungen Lebens so lieb geworden war und die ihn auch auf seinem weiteren Lebensweg stärken sollte. Die Bruderschaft war ein erstes Aufblühen seines aufopfernden Apostolates.

In einzigartiger Weise verstand es Kaspar, die Glaubensgeheimnisse auf das Kreuzesopfer Christi und sein Kostbares Blut zu beziehen. In der Verehrung des Kostbaren Blutes sah Kaspar den Schlüssel im Kampf gegen die immer größer werdende Glaubenslosigkeit. Denn der atheistische und rationalistische Laizismus verbreitete sich immer mehr unter dem Deckmantel des sozialen und politischen Fortschritts.

Kaspar versuchte mit unwiderlegbaren Argumenten dagegen anzukämpfen und sagte: „Zu jeder Zeit hat der Herr Andachten entstehen lassen, die geeignet waren, den gottlosen Strömungen Einhalt zu gebieten. In früheren Zeiten richtete sich der Kampf gegen einzelne Glaubenswahrheiten, in unserer Zeit dagegen geht der Kampf gegen die Religion im Allgemeinen und gegen unseren gekreuzigten Herrn. Man muss also die Glorie des Kreuzes unseres Erlösers wiederherstellen. Der Teufel würde gerne sehen, wenn wir der Gerechtigkeit zum Opfer fielen; wir sollen aber die Quellen der Barmherzigkeit öffnen. Man muss den Völkern sagen, um welchen Preis die Seelen losgekauft sind. Man muss ihnen begreiflich machen, auf welche Weise das Blut Jesu sie reinigt und wie sie vor allem durch die Sakramente geheiligt werden. Um die Menschen aus der Gefühllosigkeit von heute aufzurütteln, muss man sie daran erinnern, dass dieses Blut jeden Morgen auf den Altären aufgeopfert wird und dass es zum Ausgleich der Schmähungen und Lästerungen angebetet und gepriesen werden soll.“

Worte des hl. Kaspar zum Kostbaren Blute

In einer Anregung zur Verehrung des Kostbaren Blutes schreibt der hl. Kaspar:

Die Anbetung, o Gläubige, des unschätzbaren Preises unserer Erlösung ist der allerzärtlichste Gegenstand, dem wir uns zuwenden können! Von diesem gehen für uns die Schätze der Weisheit und der Heiligkeit aus; von diesem die Befreiung von den Höllenstrafen, wenn wir es aus Liebe zu Jesus tun, und die Möglichkeit, in der Kraft des Göttlichen Blutes die heilige Ehre des Himmels in Besitz zu nehmen!

Wer aber glaubt heute daran? Anstatt dass sich in den Seelen ein zärtliches Gefühl gegenüber Jesus zeigt, bemerkt man in den erlösten Söhnen und Töchtern eine Undankbarkeit, eine mit Worten nicht beschreibbare Unkenntnis! Der Herr hat sich schon durch seinen Propheten beklagt. So ist es also angebracht, oh Gläubige, dass wir den gegenwärtigen Monat der Anbetung des Göttlichen Blutes widmen, um die Undankbarkeiten der Menschen wieder gutzumachen und dass wir dadurch unsere Herzen erweichen.

Durch die Anwendung dieses unschätzbaren Preises, durch den wir erlöst sind, findet die sündige Seele ein heiliges und religiöses Motiv, um auf Erbarmung und Verzeihung hoffen zu können; der Bußfertige findet in ihm die Ermunterung, in Tugend und Heiligkeit zu wachsen; und schließlich der Gerechtfertigte brennenden Eifer, für den Herrn Seelen zu retten.

Wenn die Sünde immer ein Anlass für die inneren Schmerzen des Erlösers gewesen ist, so hat sie heute, in der allgemeinen Krise der Völker, dem Glauben unbeschreiblichen Schaden zugefügt. Und was unternimmt der Dämon nicht alles (damit die Seelen das Göttliche Blut nicht nützen?). Ach, wie werden doch die Völker durch die Erinnerung an die so wichtige Verehrung angeregt, aus dem fatalen und erdrückenden Schlaf des geistlichen Todes aufzuwachen.

Jetzt verstehe ich, warum im Alten Testament der Herr sich durch das Blut der Opfer versöhnen ließ, insofern es ein Vorausbild für dieses war, für das Blut des Lammes, in der Fülle der Zeiten auf dem Altar des Kreuzes vergossen.

Bewirkt darüber hinaus diese Verehrung nicht die Belebung jenes Gutes, welches das Göttliche Blut in der Wiedergeburt durch die Heilige Taufe in uns hervorgebracht hat; bewirkt sie nicht die besondere Hochschätzung der anderen Sakramente, insbesondere des Bußsakramentes?

Wenn wir den Blick unseres Glaubens auf den Tisch der Liebe richten, auf das Opfer des Altares, oh wie ruft uns doch die Religion die allerzärtlichsten Geheimnisse der Erlösung in Erinnerung!

Jesus ist jetzt unser Geliebter, ganz rein und rot. Rein, weil er in seinem Wesen makellos ist, rot durch das Göttliche Blut. Worauf immer ich meine Gedanken richte, ich wundere mich nicht, sehe ich nichts anderes als Blut… die Wunden der Füße, der Hände… das Haupt mit Dornen gekrönt… das geöffnete Göttliche Herz.

O mein Jesus, nimm doch die Ehrfurchtsbezeugung dieses heiligen Monates an, als Wiedergutmachung so vieler Bosheiten der Menschen; und während der Feind des Guten versucht, die Erinnerung an deine Liebe aus dem Gedächtnis der Kinder Adams zu entfernen, möge die Verehrung des Göttlichen Blutes unsere Seelen deinem göttlichen Herzen näherbringen.

Unser Denken möge sich ständig damit beschäftigen, die Geheimnisse deiner Liebe zu erwägen, unser Herz damit, ihre Anwendung zu lieben; die Gefühle des Leibes damit, zu unserer und der anderen Heiligung ihre Triumphe zu zeigen; und so sei in uns das Gedenken des unschätzbaren Preises, durch den wir erlöst sind, unzerstörbar. (Soweit der hl. Kaspar)

Das Blut Christi ist de Lösepreis

Das Blut Christi ist der Lösepreis für unsere Sünden. Christus hat uns losgekauft von der Sklaverei der Sünde mit Seinem Blut. Wir tun uns heute oft schwer, das Blut Christi zu verehren und der moderne Mensch stößt sich auch an realistischen Darstellungen des Kreuzestodes Christi.

Wer nicht mehr wahrnimmt, dass wir Menschen erlöst werden müssen, der versteht auch nicht mehr das Opfer am Kreuz und das Blut, das Christus unser Erlöser und Heiland für unsere Sünden vergossen hat.

Vieles macht Menschen heute Angst. Es ist nicht leicht in einer modernen Gesellschaft, die Konsum und Leistung über alles stellt, Sinn und Orientierung zu finden. Nicht zuletzt ist esoterische Religiosität Ausdruck dieser Sehnsucht der Menschen. Die christliche Antwort darauf muss das Bemühen sein, diese Sehnsucht mit Jesus von Nazareth, mit seiner Hoffnung und seiner Vision von gelingendem Leben in Berührung zu bringen. Mit den Worten des Konzils: „Das künftige Schicksal der Menschheit ruht in den Händen derer, die den kommenden Generationen Triebkräfte des Lebens und der Hoffnung vermitteln können“. (GS 31) Das ist der Auftrag, den wir in unserer multireligiösen Gesellschaft haben.Im Grunde gibt es nur zwei Prinzipien der Erlösung, und die sind einander total entgegengesetzt: Entweder Selbsterlösung oder Erlösung durch göttliche Vergebung.

Die Möglichkeit der Vergebung ohne Eigenleistung findet sich nur in der Bibel – durch Jesus Christus. In allen anderen Religionen dagegen herrscht das Prinzip der Selbsterlösung: durch Einhalten von Riten; Abarbeiten der Schuld; durch gute Taten und Leistungen oder durch das strikte Befolgen von Vorschriften in Sekten. Der Mensch neigt einfach dazu, sich den Beitrag für seine religiöse Bestimmung, vollständig erarbeiten zu wollen. «Man kriegt im Leben nichts geschenkt», ist so eine Redewendung, die auch hier zur Anwendung kommt. Beim Christentum trifft das jedoch nicht zu.

Zwei Wege - Jesus ist der Schlüssel

Zwei Wege. Der Mensch kommt grundsätzlich nur auf zweierlei Weise zu Gott: Entweder, indem er sich einen Gott in seiner Fantasie vorstellt und so langfristig eine Religion entstehen kann – oder aber, indem der wirkliche Gott sich ihm persönlich offenbart. Das eine ist der Weg vom Menschen zu Gott, das andere der Weg von Gott zum Menschen. Im ersten Fall ist «Gott» eine Idee, im zweiten Fall eine erfahrbare Realität.

 Jesus ist der Schlüssel. In der persönlichen Offenbarung Gottes liegt der alles entscheidende Unterschied des christlichen Glaubens zu allen anderen Religionen. Die Hl. Schrift sagt, Gott habe sich nur einmal offenbart – in Jesus Christus. Nur durch Christus können wir zu Gott kommen. Über Jesus führt der Weg zum Vater: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6)

Kein Mensch kann sich selbst erlösen. Viele reden sich zum Beispiel die Reinkarnation ein, um damit die Angst vor dem Tod zu verdrängen.

Yoga und ähnliche Praktiken gehen immer in Richtung Selbsterlösung. Es geht darum, das eigene Ego zu stärken, sich stark zu fühlen, ich bin wer, ich kann das usw. Dem liegt immer die Sehnsucht des Menschen nach Glück, Friede und Freude zugrunde. Gott selbst hat diese tiefe Sehnsucht in seine Geschöpfe gelegt. Denn in Wahrheit ist es die Sehnsucht nach Gott, was wir als Suche nach dem Glück interpretieren! Deshalb finden wir das tiefste und erfüllende Glück außerhalb von Gott nicht.

Zwei Wege - Jesus ist der Schlüssel

Zwei Wege. Der Mensch kommt grundsätzlich nur auf zweierlei Weise zu Gott: Entweder, indem er sich einen Gott in seiner Fantasie vorstellt und so langfristig eine Religion entstehen kann – oder aber, indem der wirkliche Gott sich ihm persönlich offenbart. Das eine ist der Weg vom Menschen zu Gott, das andere der Weg von Gott zum Menschen. Im ersten Fall ist «Gott» eine Idee, im zweiten Fall eine erfahrbare Realität.

 Jesus ist der Schlüssel. In der persönlichen Offenbarung Gottes liegt der alles entscheidende Unterschied des christlichen Glaubens zu allen anderen Religionen. Die Hl. Schrift sagt, Gott habe sich nur einmal offenbart – in Jesus Christus. Nur durch Christus können wir zu Gott kommen. Über Jesus führt der Weg zum Vater: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6)

Kein Mensch kann sich selbst erlösen. Viele reden sich zum Beispiel die Reinkarnation ein, um damit die Angst vor dem Tod zu verdrängen.

Yoga und ähnliche Praktiken gehen immer in Richtung Selbsterlösung. Es geht darum, das eigene Ego zu stärken, sich stark zu fühlen, ich bin wer, ich kann das usw. Dem liegt immer die Sehnsucht des Menschen nach Glück, Friede und Freude zugrunde. Gott selbst hat diese tiefe Sehnsucht in seine Geschöpfe gelegt. Denn in Wahrheit ist es die Sehnsucht nach Gott, was wir als Suche nach dem Glück interpretieren! Deshalb finden wir das tiefste und erfüllende Glück außerhalb von Gott nicht.

Irdisches macht auf Dauer nicht glücklich

Irdisches macht auf Dauer nicht glücklich. Das Irdische kann auf Dauer den Menschen NICHT glücklich machen, hätte er Villen am Meer, Ferrari in der Garage usw., das alles stillt nicht die Sehnsucht im Inneren des Menschen, das kann nur Gott selber.

Da heute aber GOTT aus den Herzen vieler Menschen ausgelöscht wurde, sucht er nach Alternativen, um auf Dauer glücklich zu werden. Wird er aber nicht, es ist alles Scheinglück und vergänglich. Am Ende bleibt immer wieder eine Leere zurück und das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass ich das wahre Glück, den wahren Frieden noch nicht gefunden habe.

Denn das wahre Glück, der wahre Friede geschieht in der Übergabe des Willens an Gott.