Apostolat

Geht hinaus in die Welt...

Habt keine Angst – Öffnet die Tore eures Herzens für Christus. (Das sagte Papst Joh. Paul II. bei seiner 1. Ansprache) „Brüder und Schwestern! Habt keine Angst, Christus aufzunehmen und seine Herrschergewalt anzuerkennen! Helft dem Papst und allen, die Christus und mit der Herrschaft Christi dem Menschen und der ganzen Menschheit dienen wollen! “Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus!

Der Missionsbefehl des Herrn hat bis heute nichts an seiner Gültigkeit verloren. Mission bedeutet „Sendung“. Nach den Berichten der Evangelien erschien Jesus nach seiner Auferstehung seinen Jüngern und trug ihnen auf:

„Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,18f)

Diese Aufforderung wird traditionell – als „Missionsbefehl“ Jesu bezeichnet. Zu den Menschen zu gehen, ihnen die Botschaft vom Reich Gottes zu überbringen, in dem jeder zu seinem Recht kommt, das ist die Aufgabe der Kirche. Die Kirche ist in ihrem Wesen missionarisch und hat diesen Auftrag vom Herrn selbst. Es betrifft nicht nur Priester und Ordensleute, bezahlte Theologen und professionelle Verkündiger, sondern dieser Auftrag ist an alle Getauften gerichtet und wird am Ende jeder hl. Messe uns neu in Erinnerung gerufen: „Ite missa est“ – Geht! Ihr habt eine Sendung! Diese missionarische Sendung lässt sich in 3 Punkte zusammenfassen:

Missionarisch im Wort – Missionarisch im Leben – Missionarisch im Gebet

Missionarisch im Wort

Missionarisch im Wort. Der hl.Kaspar war Haupt einer kleinen Priestergemeinschaft, die sich besonders um die vernachlässigten Großstädter annahm und sich um das fahrende Landvolk kümmerte. Mit apostolischem Eifer organisierte er Laien, die das Volk sammelten und zu den verschiedensten Veranstaltungen brachten. Mit seinem Ideenreichtum vermochte er es, die Massen einzuladen, besonders zu den Abendpredigten. Hier zeigte sich im Ansatz seine pastorale Bemühung, die er später als Missionar vom Kostbaren Blut weiterentwickelte.

Wo aber sollte er anfangen? Wie die unüberschaubare geistliche und materielle Not lindern? Es gab keine pastoralen Pläne und Konzepte, und auch in der Katechese war der einzelne mehr oder weniger sich selbst überlassen. Wichtig war ihm, die Wahrheiten des Glaubens so zu verkünden, dass sie die Herzen der Menschen anrührten. Trockene und theoretische Abhandlungen langweilten die Zuhörer (auch heute) und ließen sie schnell das Weite suchen. Kaspar hatte seine eigene Methode für Erwachsene und Jugendliche und versuchte diese auch den Lehrern an den Schulen weiterzugeben.

Was war nun das Besondere seiner Methode? Wir können sie kurz in zwei Aussagen zusammenfassen:

Einmal die große Liebe des Verkünders zu jedem Einzelnen. Zum andern die persönliche, glühende Liebe zu den Herrlichkeiten des Christentums, zur Schönheit und Wahrheit des Glaubens. Mit Hilfe der Kinder versuchte er auch die Erwachsenen anzusprechen und zu gewinnen. Er war auf der Suche nach einem Ort, wo am Abend all diejenigen hinkommen konnten, die während des Tages keine Zeit und Möglichkeit hatten, eine Kirche zu besuchen. Vor allem dachte er an die Handwerker, Arbeiter, Kaufleute und die Fuhrleute. Für ihn war das auch ein Weg, diese Leute aus den Kneipen herauszuholen, wo sie tranken, rauften und sich mit unsinnigen Dingen die Zeit totschlugen. Das halbverfallene Gebäude von S. Maria in Vincis schien ihm für sein Anliegen gut geeignet. Kurz entschlossen holte er Maurer und Zimmerleute und schon bald erstrahlte das baufällige Heiligtum in neuem Glanz. Es war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg.

Missionarisch im Leben

Missionarisch im Leben: Am 15. August 1815 wurde die Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut gegründet. Unter festlichem Glockengeläute und unter regem Anteil der Bevölkerung wurde das Gründungshaus der Kongregation eingeweiht. Dieser Tag galt künftig als eigentlicher Gründungstag der Gemeinschaft und die Allerseligste Jungfrau Maria als deren Schutzpatronin. Kaspar del Bufalo aber wollte keinen neuen Orden gründen, sondern es schwebte ihm eine Gemeinschaft von Weltpriestern vor, die ohne Ordensgelübde mit einem Minimum an Regeln ein Gemeinschaftsleben führten, um sich so besser der Missionierung des Volkes widmen zu können. Er wollte eine leicht bewegliche „Kampftruppe“, die überall und jederzeit einsatzfähig war. Dazu waren idealgesinnte Männer notwendig, die bereit waren, ein sicheres Leben in der Pfarrei gegen ein entbehrungsreiches und strapaziöses Wanderleben als Missionar einzutauschen. Von den „Arbeitern des Evangeliums“ folgten ihm aber nur wenige und auch diese nicht endgültig. Kaspar selber war umso entschiedener und sagte: „Die Schwierigkeiten muss man kennen, um sie zu überwinden, nicht um sie zu fürchten und viel weniger noch, um aufzugeben. “Kaspars Liebe galt von Jugend an den Letzten, den von der Gesellschaft Ausgegrenzten, den Gefangenen, den Kranken, dem fahrenden Volk, den einfachen Bauern. Jetzt, als Priester und Missionar, kam die Sorge um die flüchtigen Briganten in den unzugänglichen Wäldern und Schluchten des Apennins neu auf ihn zu. Als der Papst Sonnino, ein Zentrum des Brigantentums, dem Erdboden gleich machen wollte, trat Kaspar auf den Plan. Mit seinen sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und missionarischen Ideen überzeugte er den Papst und wurde von ihm als Apostel der Marken in die Provinz Maritim und Campagna gesandt. Kaspar will die Wurzeln der asozialen und gesetzwidrigen Denkweise der Briganten erreichen. Er will ihr Herz gewinnen und sie zurück auf den Weg der Zivilisation führen. Ohne bewaffnete Begleiter geht er in die Verstecke der Briganten, spricht mit den Häuptlingen und erinnert sich an seine Armenviertel in Rom.

Als der Papst Sonnino, ein Zentrum des Brigantentums, dem Erdboden gleich machen wollte, trat Kaspar auf den Plan. Mit seinen sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und missionarischen Ideen überzeugte er den Papst und wurde von ihm als Apostel der Marken in die Provinz Maritim und Campagna gesandt. Kaspar will die Wurzeln der asozialen und gesetzwidrigen Denkweise der Briganten erreichen. Er will ihr Herz gewinnen und sie zurück auf den Weg der Zivilisation führen. Ohne bewaffnete Begleiter geht er in die Verstecke der Briganten, spricht mit den Häuptlingen und erinnert sich an seine Armenviertel in Rom. Diese Banditen sind zutiefst unglückliche Menschen, Opfer der Umstände und befinden sich nun in einer Sackgasse. Kaspar gibt ihnen praktische Ratschläge und führt sie mit großer Liebe und Güte behutsam zurück ins gesellschaftliche Leben. Die Briganten gewinnen zu den Missionaren mit dem schwarzen Gürtel und dem Kruzifix großes Vertrauen, auf sie konnte man sich verlassen. Schritt für Schritt gelingt es Kaspar und seinen Missionaren diese Not zu beseitigen und im September 1825 war bereits die ganze Brigantenplage beseitigt. In vielen Dörfern und Städten hielt Kaspar Missionen und errichtete Missionshäuser, um das Feuer des Glaubens in diesen entwurzelten und wieder einzugliedernden Menschen am Brennen zu halten.

Wer waren diese Briganten, die durch ihr räuberisches Unwesen von der Gesellschaft gefürchtet und vom Staat verfolgt wurden? Es waren Männer, die vor Napoleon geflüchtet waren und sich in den umliegenden Wäldern versteckten. Bald gesellten sich andere mit mehr oder weniger dunkler Vergangenheit zu ihnen: Deserteure und Fahnenflüchtige, skrupellose Verbrecher und politisch Verfolgte. Alle nützten das herrschende Chaos, um auf ihre Weise zu überleben und Gewinn für sich zu schlagen. Sie wollten sich so an der Gesellschaft rächen und missbrauchten die gewonnene Freiheit für ihre eigenen Interessen. Sie terrorisierten die Bevölkerung und die Reisenden durch Diebstähle und Raubüberfälle, durch Erpressung und Mord und schreckten auch vor Vergewaltigungen und Entführungen nicht zurück. Diese wildernden Briganten, die sich in großen Banden zusammengeschlossen hatten, waren eine große Belastung im damaligen Kirchenstaat und in den angrenzenden Gebieten. Sämtliche Versuche, das Problem der Briganten im Kirchenstaat mit Hilfe des Heeres zu lösen, schlugen fehl.

Missionarisch im Gebet

Missionarisch im Gebet:

Die folgenden Gedanken hat der hl. Kaspar selber seinen Mitbrüdern ans Herz gelegt.

„Wer immer sich dem apostolischen Leben in den Missionen widmen will, muss zuallererst im Gebet den Willen Gottes gut erkennen. Deshalb ist es notwendig, in heiliger Zurückgezogenheit drei Dinge gut zu bedenken, die von einem Arbeiter des Evangeliums verlangt werden –  Heiligkeit, Wissen, Gesundheit und weil jeder, wie De-Sales sagt, einen Leiter braucht, um sich in der Erkenntnis des Willens Gottes nicht zu irren, ist es notwendig, ausführlich mit dem geistlichen Leiter darüber zu sprechen, der die Wege des ewigen Heiles aufzeigt. Dies ist das erhabenste Ziel aller Heiligen, sodass auch wir, insbesondere kirchliche Personen, eines weisen und eifrigen Leiters bedürfen, dem wir die innere Führung unseres Herzens anvertrauen können, wodurch schließlich unsere äußeren Werke angeregt und geheiligt werden. Zudem muss auch der ständige Wunsch vorhanden sein, jeden Tag in der Heiligkeit zu wachsen und unaufhörlich in der kirchlichen Vollkommenheit Fortschritte zu machen. Auf diese Weise gilt es, dem göttlichen Ruf entsprechend zu antworten. Wer Missionen unternimmt, muss sich bewusst sein, dass er leiden wird, um Seelen für Christus zu gewinnen. Deshalb wird er Abtötung üben und darauf verzichten, an den Orten, wo er im Dienst ist, Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Er wird einzig vom brennenden und gläubigen Wunsch erfüllt sein, die Heiligtümer zu besuchen, die am Weg liegen, um in ihnen den überfließenden Segen Gottes zu erbitten.

 Alle sollen es vermeiden, aus Neugierde außerhalb des Hauses zu spazieren, sich ans Fenster oder auf die Veranda des Hauses zu stellen, in dem sie wohnen. Zurückgezogenheit und innere Sammlung sind dem Missionar eigen. Außerdem ist er maßvoll in seinen Blicken und Worten. Jede Tat, jedes Werk muss in uns maßvoll sein und in Einklang mit unserem Dienst stehen. 

Vor allem wollen wir immer die eigene Vollkommenheit anstreben und auch während der Missionen all das nicht vernachlässigen, was Gott und das eigene Gewissen betrifft, denn auf diese Weise wird man fähig, dem Nächsten und dem Wohl der Seelen zu dienen. Deshalb sollen die Missionare eine halbe Stunde für eine gemeinsame Betrachtungszeit reservieren, in der sie ihre geistlichen Kräfte erneuern. Nach Beendigung der Betrachtung soll ein kurzer Text aus der Heiligen Schrift gelesen werden; mit diesen Mitteln wird der eigene Geist im Guten gestärkt. Dazu wird auch die geistliche Lesung viel beitragen, die am Vormittag während des Mittagessens ein Kleriker den Missionaren vorliest; schließlich wird die große Aufgabe der Selbstheiligung durch die Gewissenserforschung vervollkommnet, die jeden Abend nach dem Abendessen gemeinsam gehalten werden soll, Gott dankend für die während des Tages empfangenen Wohltaten und seine göttliche Hilfe für die Nacht erbittend, indem die Litanei der Heiligsten Madonna, ein Vater unser, Gegrüßt seist und Ehre sei zu Ehren des hl. Francesco Saverio, des besonderen Schutzpatrons unserer Erzbruderschaft und  der hl. Missionen gebetet wird.